Dieses Instrument ermöglicht die Messung von Widerständen, Spannungen und Stromwerten. Die Multimeter lassen sich in zwei große Familien unterteilen: Familie mit analoger und Familie mit digitaler Anzeige der Messdaten. Die ersten verfügen über eine Messuhr mit Zeiger. Am Quadranten werden die Skalen für die Messung der unterschiedlichen Größen angezeigt. Die zweiten Multimetertypen haben ein Display zur Anzeige von Ziffern, die den Wert der gemessenen Größe angeben. Ein Wahlschalter oder unterschiedliche Anschlüsse, worin die beiden elektrischen Taster des Multimeters eingesteckt werden können, ermöglichen die Eingabe der gewünschten Maßeinheit (Spannung, Strom oder Widerstand). In einigen Fällen muss auch der Skalenendwert eingegeben werden. Soll beispielsweise eine Spannung von 12 V gemessen werden, einen diesem Wert am nächsten liegenden Skalenendwert wählen (z. B. 15 V oder 20 V). Logischerweise wäre hier die Eingabe eines Skalenendwerts von 10 V nicht sinnvoll. Ähnliches gilt im Fall der Strommessung (Ampere) oder für die Widerstandsmessung (Ohm). Manche Instrumente sind in der Lage, den Skalenendwert automatisch festzulegen. Der max. am Instrument für die Messung der Spannung und des Stroms zulässige Wert darf nie überschritten werden.

Hinweis
Für Spannungsmessungen müssen die Messspitzen des Multimeters immer parallel zum elektrisch versorgten Element angeschlossen werden (z. B. an die beiden Leitungen, die zu einer Lampe führen oder an die beiden Drähte, die für die Versorgung eines Relais zuständig sind, an die beiden Batterieklemmen oder die beiden Leitungen, die ein Steuergerät versorgen). Die Spannungen können im Zeitablauf konstant (Gleichspannung) oder variabel (Wechselspannung) ausfallen. Im ersten Fall liegt eine negative und eine positive Polarität vor. Am Multimeter muss also auch der Typ der zu messenden Spannung gewählt werden. (Die Gleichspannung wird durch das Symbol = und die Wechselspannung durch das Symbol ~ gekennzeichnet).
Für Strommessungen müssen die Messspitzen des Multimeters in Reihe mit dem elektrisch versorgten Element angeschlossen werden (z. B. muss ein Lampenkabel abgezogen werden und an dessen Ende die eine Messspitze des Multimeters und die andere an die Lampe angeschlossen werden. Durch Betätigen des Lichtschalters leuchtet die Lampe üblicherweise auf und das Instrument zeigt den Wert des aufgenommen, also im betreffenden Kabel vorhandenen Stroms an). Achtung: Reihenschaltungen müssen immer ohne anliegende Spannung vorgenommen und gelöst werden. d. h. nie, wenn der entsprechende Verbraucher versorgt wird. Sicherstellen, dass die Reihenschaltung der Messspitzen des Testers am elektrischen Verbraucher korrekt hergestellt ist und sich nicht plötzlich lösen kann.
Widerstandsmessungen dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn das elektrische Element oder der Bereich der elektrischen Anlage nicht versorgt werden und von der elektrischen Hauptanlage isoliert sind (also nicht an die elektrische Hauptanlage angeschlossen). Diese Messungen können für die Widerstandskontrolle einiger Sensoren verwendet werden. Nach dem Lösen der elektrischen Verbindung des Drehzahl-/Steuerzeitensensors der Zünd-/Einspritzanlage (vor dem Steuerzahnrad der Steuerwelle) kann beispielsweise durch den Anschluss des Multimeters an die Kabelenden sein interner Widerstand geprüft werden. Auf diese Weise kann geprüft werden, ob die innere Wicklung des Sensors unterbrochen ist (in diesem Fall ist der Widerstand unendlich). Die Widerstandsmessung kann auch für die Stromdurchgangsprüfung von Abschnitten der elektrischen Anlage oder von Schaltern und Relais verwendet werden. Um zum Beispiel den Zustand eines Abschnitts der elektrischen Anlage zwischen zwei Verbindungen prüfen zu können, müssen die Verbindungen selbst gelöst und die Messspitzen des Multimeters an die beiden Enden des elektrischen Kabels angeschlossen werden. Dann kann der Widerstandswert ermittelt werden. Tendiert dieser Wert gegen Null (ca. unter 0,3 Ohm) bedeutet dies, dass das Kabel nicht unterbrochen ist.
Einige dieser Instrumente verfügen auch über ein akustisches Signal (Durchgangssignalton), das bei Annähern des Widerstands gegen Null ausgelöst wird. Das gleiche Verfahren kann auch angewendet werden, wenn z. B. geprüft werden soll, ob sich die beiden Kontakte eines Schalters (Relais oder manuell betätigter Schalter) korrekt schließen. Die Messspitzen des Multimeters werden an die Kabel des Schalters angeschlossen, dann kann bei Schließen des Schalters geprüft werden, ob der Wert des Widerstands gegen Null liegt (bzw. es ertönt der Signalton). Um zu überprüfen, ob das Multimeter im Modus „Stromdurchgangsprüfung“ korrekt funktioniert, die zwei Messspitzen miteinander kurzschließen. Der gemessene Widerstand muss bei Null liegen und der Signalton zu hören sein.
Das Multimeter verfügt über Schmelzsicherungen und Akkus. Diese Elemente müssen sich immer in perfektem Zustand befinden, da das Instrument sonst nicht einwandfrei funktionieren kann. Bei elektrischen Messungen ist immer höchste Vorsicht geboten, um Kurzschlüsse zu vermeiden, die irreparable Schäden am elektrischen System und Verletzungen verursachen können. Alle Instandhaltungseingriffe dürfen nur dann ausgeführt werden, wenn keine Spannung anliegt (vorsorglich die Batterie abklemmen). Das Multimeter darf für die Messung von Stromwerten NIEMALS parallel und für Spannungsmessungen NIEMALS in Reihe angeschlossen werden.